Erst sieben Monate jung, schon ganz oben: Bei der Deutschen Meisterschaft in Oberhausen holt Akashi Karate drei Meistertitel, dreimal Bronze und dreimal Platz 5, dazu Platz 1 im Vereinsranking unter 181 Vereinen.

Ein Neuling räumt auf

Ende Februar gegründet, Ende April das erste Training: Als Verein ist Akashi Karate noch jung, als Team hungrig und kampferprobt. Bei der Deutschen Meisterschaft in Oberhausen stellte das Team am Wochenende alle in den Schatten. Sechs Starterinnen und Starter gingen für Akashi auf die Matte, von der U21 bis zur Ü55. Am Ende standen drei Meistertitel, dreimal Bronze und dreimal Platz 5 zu Buche. Im Vereinsranking landete Akashi Karate auf Platz 1, vor 180 weiteren Vereinen.

Das Duell, das keiner wollte

Das Los meinte es nicht gut mit Vanessa Schlegel und Denise Rottewert: Schon in der zweiten Runde des Kata-Einzels der Damen Ü30 trafen die beiden Teamkolleginnen aufeinander. Vanessa setzte sich knapp mit 3:2 durch und marschierte bis ins Finale. Dort gewann sie klar mit 5:0 gegen eine Gegnerin aus Niedersachsen und wurde Deutsche Meisterin. Denise holte durch die Trostrunde die Bronzemedaille. Carina Schlegel verlor ihr Halbfinale denkbar knapp und wurde Fünfte.

Sechzehn Jahre Pause, ein mutiges Comeback

Eine der schönsten Geschichten des Tages schrieb Alexander Bachmann. Nach 16 Jahren Karatepause stand er im Kata-Einzel der Herren Ü30 wieder auf einer Wettkampffläche, ausgerechnet bei einer Deutschen Meisterschaft. Die erste Runde gegen einen sehr starken Gegner verlor er mit 1:4. Das Team rechnete fest damit, dass dieser Gegner ins Finale einzieht und Alexander in die Trostrunde kommt. Dann wurde der Gegner im Halbfinale disqualifiziert und eine Trostrunde gab es nicht mehr. Ein Comeback, das mehr verdient gehabt hätte.

Kata-Team: Drama bis zum letzten Punkt

Im Kata-Team Mixed liefen Alexander, Vanessa und Denise gemeinsam. Die Auftaktrunde mit der Kata Sanseru gewannen sie mit 3:2. Dann wartete ein routiniertes Team aus Berlin. Mit der Kata Suparinpei verlor Akashi den Einzug ins Finale mit 2:3, knapper geht es nicht.

Im kleinen Finale, dem Bronze-Match, muss zusätzlich zur Kata die Bunkai gezeigt werden, die praktische Anwendung der Bewegungen. Das Trio lief die Kata Kururunfa und gewann eindeutig. Bronze für das Team.

Kumite: Vom Rückstand zur Krone

Am Nachmittag ging es im Kumite weiter, dem Kampf gegen den direkten Gegner. Vanessa musste in der Klasse Ü30 bis 60 Kilo ihre Auftaktrunde abgeben, ausgerechnet gegen die spätere Siegerin. Doch sie gab nicht auf, kämpfte sich durch die Trostrunde und sicherte sich Bronze.

Denise, Vize-Meisterin des Vorjahres, wollte in der Klasse Ü30 über 60 Kilo mehr. Sie gewann ihr Halbfinale mit 8:1. Im Finale lag sie zunächst 0:1 hinten und verlor damit das Senshu, den Vorteil des ersten Punktes. Er entscheidet bei Gleichstand am Ende über Sieg und Niederlage. Auch nach dem 1:1 hätte ihre Gegnerin also gewonnen.

Doch Denise ist eine offensive Kämpferin. Sie zog auf 2:1, 3:1, 4:1, 5:1 davon. Ihre Gegnerin hätte nun vier Punkte gebraucht, um überhaupt auf 5:5 auszugleichen und dank des Senshu zu gewinnen. Denise ließ das nicht zu und hielt sie auf Abstand. Mit 5:1 wurde sie Deutsche Meisterin.

Aller guten Dinge sind drei

Susanne Laumann ist für Akashi Karate bei den Damen Ü55 über 60 Kilo angetreten. Ihren Auftaktkampf gewann sie deutlich mit 9:0 vor Ablauf der regulären Kampfzeit. Im Finale wartete ihre Dauerrivalin aus Frankfurt. Gegen sie hatte Susanne schon zweimal verloren, unter anderem bei den World Masters Games 2025 in Taipeh.

Der Kampf wurde eröffnet und die Frankfurterin stürmte sofort nach vorn. Doch Susanne war hellwach und konterte mit einem Schlag zum Bauch. Auf dem Bildschirm leuchtete es blau auf: Wertung für Susanne Laumann. Nach einer einzigen Sekunde stand es 1:0. Der Knoten war geplatzt und die Taktik der Gegnerin schien nicht aufzugehen.

Jetzt hieß es, kühlen Kopf zu bewahren, denn es blieben noch 1:59 Minuten Kampfzeit. Dann kam die perfekte Situation, Susanne erkannte sie und schlug mit einem klug platzierten Angriff zum 2:0 zu. Ab diesem Moment war sie nicht mehr zu stoppen. Erst gegen Ende gelangen der Gegnerin noch zwei Punkte, doch bei 6:2 und mit Susannes Senshu im Rücken war der Rückstand nicht mehr aufzuholen.

Die letzten Sekunden liefen ab, es blieb beim 6:2. Susanne Laumann ist Deutsche Meisterin.

Der Nachwuchs steht bereit

Am Sonntag war die U21 dran: Anna-Maria Bader ging sowohl im Kata als auch im Kumite bis 61 Kilo an den Start. In beiden Disziplinen verpasste sie die Medaille nur knapp und wurde jeweils Fünfte. Gemeinsam mit Carinas fünftem Platz macht das drei Ergebnisse knapp neben dem Podest.

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